Bestandsaufnahme und Zielesetzung

1.1.1      A. Rahmenbedingungen

Die Fachgruppe Kunst besteht momentan aus vier Kolleginnen und Kollegen: Frau Harms, Frau Fleischhauer, Frau Meyer, Herr Schneider) und ist somit – obwohl neben Geschichte das Nebenfach mit dem zweithöchsten Stundenkontingent in der Stundentafel – personell sehr dünn besetzt. Aus diesem Grund wird die Arbeit der Fachgruppe durch drei fachfremde Kolleginnen (Fr. Grumme, Fr. Hallanzy, Fr. Tomaschewski) hauptsächlich in den unteren Jahrgangsstufen tatkräftig unterstützt.

Mit Beginn des Unterrichtsgeschehens am Gymnasium Salzhausen im August 2002 stand zunächst der Aufbau der Kunstsammlung im Vordergrund der Arbeit. Zahlreiche fachimmanente Techniken galt es durch die Anschaffung geeigneten Werkzeuges zu ermöglichen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist der Aufbau der Sammlung in diesem Bereich weitgehend abgeschlossen. Zahlreiche künstlerische Techniken (Hoch-, Tief- und Siebdruck; Holz- und Steinbildhauerei; plastisches Arbeiten mit Gips und Ton; verschiedene grafische Verfahren; Videoschnitt und digitale Bildbearbeitung; chemische Fotografie; Buchbinderei usw.) können – meist mit kompletten Lerngruppen – durchgeführt werden. Neben der Anschaffung der „praktischen Hardware“ stand die Ausstattung der Kunstsammlung mit Medien für den analytischen Unterricht (PC und Beamer in beiden Kunsträumen; Kunstdrucke; Bücher; Spiele; digitale Datenträger) im Vordergrund.

Wesentliches Manko bleibt die räumliche Situation des Fachbereiches, da es vor allem an Lagerkapazität für Materialien und entstehende Schülerarbeiten mangelt. Darüber hinaus beeinträchtigt die fehlende Verdunklungsmöglichkeit in einem der beiden Kunsträume die Arbeit erheblich.

 1.1.2      B. Unterricht

Fundamentales Ziel des Kunstunterrichtes ist der Erwerb einer – produktiven und rezeptiven – ästhetischen Kompetenz sowie einer Wahrnehmungskompetenz. Diese drei Elemente stellen für sich oder in Verknüpfung basale Methoden nicht nur für das Fach Kunst dar, sondern können positiv auf die Lernentwicklung aller Schülerinnen und Schüler auch in den anderen Fächern wirken.

Dieser Kompetenzerwerb lässt sich durch verschiedene Bausteine im Kunstunterricht verwirklichen:

  • Durch das Erlernen und Üben von künstlerisch-handwerklichen Techniken soll eine Basis für die eigene künstlerische Produktion der Schülerinnen und Schüler geschaffen werden.
  • Die eigene künstlerische Produktion von Schülerinnen und Schülern dient im Wesentlichen der Erarbeitung und Übung von formalen und gestalterischen Mitteln.
  • Durch die vertiefende Behandlung von Werkanalysen soll zunächst das Sehen und weiterführend dann die ästhetische Wahrnehmung der Schülerinnen und Schüler geschult werden.
  • Zu einer umfassenden ästhetischen Kompetenz gehört notwendigerweise auch die Kenntnis über die Bedeutung und Anwendung von fachspezifischen Begrifflichkeiten. In diesem Sinne sind eingebundene Begriffsbildungsprozesse ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Unterrichtskontextes.

Die sinnvolle und fruchtbare Verzahnung von Übung, Produktion, Rezeption und Begriffsbildung stellt die Basis des modernen Kunstunterrichtes dar. Hierfür sind die Rahmenbedingungen am Gymnasium Salzhausen in den letzten Jahren weitgehend geschaffen worden.

 1.1.3      C. Zielvorstellungen für die Weiterentwicklung

 Der Fachbereich Kunst hat für die zukünftige Arbeit verschiedene Module entwickelt, erprobt oder geplant, die im Folgenden näher vorgestellt werden sollen:

 Kontinuität

  • Der schulinterne Lehrplan soll kontinuierlich in Übereinstimmung mit dem Kerncurriculum überarbeitet werden. Zur Zeit sind wir bemüht, den schulinternen Lehrplan so zu gestalten, dass durch dessen Struktur die Durchführung von fächerübergreifenden Projekten möglich wird. Hierzu sind Verschiebungen einzelner Themenblöcke notwendig, um z. B. die Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Geschichte zuzulassen.
  • An geeigneten Stellen sollen Elemente des schulinternen Methodenkonzeptes in den schulinternen Lehrplan Kunst verbindlich aufgenommen werden, um so die erlernten Lern- und Arbeitsmethoden im regulären Unterricht fruchtbar zu machen.
  • Die fachspezifische Medien-Bibliothek soll weiter aufgebaut werden, um zukünftig auch weiterhin alle Erfordernisse des Zentralabiturs erfüllen zu können.
  • Die in der Vergangenheit erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Musik – vor allem im Bereich der Bühnenarbeit (bisher drei gemeinsame Bühnenprojekte) – soll nach Möglichkeit fortgesetzt bzw. weiter ausgebaut werden.
  • Der Fachbereich Kunst wird auch weiterhin durch die Präsentation von verschiedenen Schülerarbeiten in wechselnder Ausstellung für ein anhaltend angenehmes Erleben des Schulgebäudes sorgen, um somit das nackte Bildungsgebäude ein Stück weit zum positiven Lebensraum zu machen.

Schulkunstausstellung

Die im Frühjahr 2007 erstmals durchgeführte jahrgangsübergreifende Ausstellung mit Schülerarbeiten aus dem Kunstunterricht soll als fester Bestandteil unserer Arbeit dauerhaft verankert und in regelmäßigen Abständen (ca. drei Jahre) durchgeführt werden. Neben dem überaus positiven Effekt für die Außenwirkung unserer Schule stellt diese Ausstellung eine Dokumentation der Qualität unserer Arbeit dar – und soll somit als fachinterne Maßnahme zur Qualitätssicherung verstanden werden (vgl. Punkt 12 des Schulprogramms). Im Rahmen der Ausstellungsarbeit, insbesondere von punktuellen Präsentationen (Vernissage, Finissage…), bieten sich Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachbereichen, vor allem aber mit den Fachbereichen Deutsch und Musik.

 Spezialistenwoche

Im Sommer 2007 hat der Fachbereich Kunst anlässlich der documenta XII in Kassel seine erste „Spezialistenwoche“ durchgeführt. Zur Teilnahme haben wir aus der Schülerschaft des Gymnasiums ca. 100 Schülerinnen und Schüler eingeladen, die durch Interesse am Fach Kunst in Theorie und/oder Praxis im Unterricht aufgefallen sind. Mit 30 Schülerinnen und Schülern haben Frau Meyer und Herr Schneider dann eine Woche intensivster künstlerischer Arbeit in Reflexion und Praxis verbracht, angeleitet durch eine der drei Leitfragen der documenta XII: „Was ist das bloße Leben?“. Wesentliches Ziel der Woche war es, den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern Wege zum eigenen künstlerischen Ausdruck zu öffnen und diese dann weiterzuentwickeln, vorhandene Stärken zu stärken und vorhandene Schwächen zu erkennen. Die Spezialistenwoche Kunst stellt somit ein Modul der schulinternen Begabtenförderung dar (vgl. Punkt 9.4 des Schulprogramms) und soll jährlich mit geeigneten Schülerinnen und Schülern durchgeführt werden.

Druckkabinett

Der größte Wunsch und das größte Ziel der Fachgruppe Kunst ist die Einrichtung eines dauerhaft eingerichteten Druckkabinetts. Neben den oben schon angesprochenen künstlerischen Drucktechniken stände hier eine Buchdruckerei nach dem Prinzip J. Gutenbergs (bewegliche, einzelne Lettern aus Zinn oder Holz) ständig für Lerngruppen zur Verfügung.Neben dem künstlerisch-ästhetischen Umgang mit dem Medium Sprache/Text stände hier die Möglichkeit zur Verfügung, ganzheitlich und nach einem freinetpädagogischen Ansatz der Sprach- und Rechtschreibförderung mit Schülerinnen und Schülern an Texten zu arbeiten: Sprache wird erfahrbar, kann im wahrsten Sinn des Wortes durch das Setzen des (eigenen) Textes begriffen werden. Neben der Übung von Geschicklichkeit, Handfertigkeit und Sauberkeit entstehen durch den Umgang mit der Druckerei wünschenswerte Nebenprozesse: Teamwork, Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft und soziales Verhalten werden trainiert. Wir verstehen das Druckkabinett daher als Modul für das Förderkonzept am Gymnasium Salzhausen (vgl. Punkt 9.2 und 9.3 des Schulprogramms).

Dass durch die baulichen Voraussetzungen in unserem Gebäude zur Zeit nicht die Möglichkeit besteht, ein Druckkabinett einzurichten, und diese Möglichkeit im Zuge des Anbaus nicht berücksichtigt und verwirklicht wurde, bedauern wir sehr. Wir werden dieses Modul jedoch weiter verfolgen, wenn sich in Zukunft (z. B. durch sinkende Schülerzahlen) eine räumliche Möglichkeit hierfür bietet.

Aktuelle Seite: Home Unterricht Fächer Kunst Bestandsaufnahme und Zielesetzung