Schulinternes Fachcurriculum

Schulinterner Lehrplan Latein auf Grundlage des KC

Vorbemerkungen: Die römische Antike prägt zusammen mit der griechischen Antike und dem jüdisch-christlichen Gedankengut Europa in seinen Vorstellungen, Werten und Lebensweisen bis in die heutige Zeit. Die lateinische Sprache lebt in den romanischen Sprachen fort und hat weitere europäische Sprachen in starkem Ausmaß beeinflusst. Das Fach Latein eröffnet mit der lateinischen Sprache einen spezifischen Zugang zu der antiken römischen Welt und vermittelt damit vertiefte Einsichten in das antike Weltbild und gleichzeitig in geistesgeschichtliche, historische, ästhetische und sprachliche Prägungen des modernen Europa. Durch die Einbeziehung lateinischsprachiger Literatur des Mittelalters und der Neuzeit in den Unterricht gibt das Fach Latein auch Einblicke in das Weiterleben der römischen Kultur und der lateinischen Sprache und schlägt hierdurch eine Brücke zwischen Antike und Moderne. Durch die Begegnung mit Zeugnissen der Literatur, der Wissenschaften, der Kunst und des Alltags der römischen Antike trägt der Lateinunterricht dazu bei, das Bewusstsein einer europäischen Identität zu entwickeln, das sich auf gemeinsame Grundlagen wie Humanismus, Wissenschaftlichkeit und Rechtsstaatlichkeit stützt.

 Lehrbuchphase für die Jahrgänge 6, 7 und 8

  • Der schulinterne Lehrplan basiert auf dem Kerncurriculum für das Unterrichtsfach Latein in den Schuljahrgängen 5 – 10 des Gymnasiums in Niedersachsen.
  • Grundlage für den Erwerb der geforderten Kompetenzen in den Bereichen Sprachkompetenz, Textkompetenz und Kulturkompetenz bildet das Lehrwerk Lumina.
  • Sofern es die Unterrichtssituation ermöglicht, sollte der Jahrgang 6 mit der Lektion 11 abgeschlossen werden. Damit wären alle für den Jahrgang 6 geforderten Sprach-, Text- und Kuturkompetenzen erworben.
  • Im Jahrgang 8 ist die Lektion 33 zu erreichen, sofern es die Unterrichtssituation zulässt. Ausstehende Kompetenzen, insbesondere die Sprachkompetenzen „Die SuS identifizieren … nd-Konstruktionen (ohne nd + esse)“ und „Die SuS ordnen neue Formen (einschließlich … velle, nolle) in das Gesamtsystem der Formen ein und strukturieren so ihr Wissen.“, sollten lehrbuchunabhängig eingeführt werden. Im Idealfall wird die Lehrbuchphase mit der Lektion 35 abgeschlossen. In diesem Fall würden aber Kompetenzen, die den Jahrgängen 9 und 10 zugeordnet sind, vorgezogen, was aufgrund der ohnehin großen Menge geforderter Kompetenzen vermieden werden sollte.
  • Die Vermittlung der römischen Antike wird vornehmlich durch lateinische Texte ermöglicht, die somit im Mittelpunkt des Lateinunterrichts stehen1. Dennoch werden auch im Lateinunterricht die neuen Medien eingesetzt. Zur Verbesserung der Sprachkompetenz steht eine auf das Lehrwerk abgestimmte Lernsoftware zur Verfügung, die bereits im Jahrgang 6 in regelmäßigen Abständen benutzt werden sollte. Im Bereich der Kulturkompetenz wird ab dem Jahrgang 7 verstärkt das Internet als Informationsquelle herangezogen. Auch kleinere mediengestützte Präsentationen selbstständig erarbeiteter und nach sachlichen Gesichtspunkten geordneter Inhalte dienen der Medienkompetenz. Formen, wie z. B. Power-Point-Präsentationen, sollen erst in den höheren Jahrgängen (ab Jahrgang 8) einen größeren Stellenwert als Präsentationsform erhalten.
  • Neben dem Internet werden auch, vor allem im Jahrgang 6, herkömmliche Medien wie Texte, Bilder und Filme zur Informationsbeschaffung verwendet. Das Herausfiltern thematisch relevanter Sachinformationen und die Vorstellung gemeinsam erarbeiteter Inhalte nach sachlichen Gesichtspunkten sind Kompetenzen, die bereits im Jahrgang 6 vermittelt werden sollten.
  • Eine ausführliche Fassung des schulinternen Lehrplans, die alle Kompetenzen einzelnen Unterrichtseinheiten zuweist, ist bei der Fachgruppe Latein einzusehen.

Übergangslektüre für den 9. Jahrgang

Vorbemerkungen: Der vorliegende Arbeitsplan für den Jahrgang 9 stellt die Verbindung zwischen dem schulinternen Curriculum für die Lehrbuchphase und den Vorgaben für die Qualifikationsphase dar.

  • Grundsätzlich hält die Fachgruppe Latein es für zwingend, dass zwar die vorgegebenen Kompetenzen erfüllt werden, aber den Lehrkräften mit ihren Lerngruppen die Möglichkeit eingeräumt wird, sowohl die Defizite in der Grammatik (durch Grammatikwiederholung) als auch auf besondere Interessen und Neigungen der Schülerinnen und Schüler eingehen zu können.
  • Es werden daher für diesen und für den 10. Jahrgang keine detaillierten Jahrespläne vorgegeben, sondern Unterrichtseinheiten von verschiedenen Autoren erstellt, die als „Lektüreinseln“ bestimmte Kompetenzen schwerpunktmäßig einüben und ggf. durch weitere ergänzende Texte ausgedehnt werden können.
  • Die Auswahl der Lektüre orientiert sich an den Vorschlägen im KC 5-10, S. 23 hinsichtlich der Latinums-Abschlüsse und an den künftigen Leitthemen, die im KC Oberstufe, S. 12, vorgegeben sind, damit keine Dopplungen entstehen, sondern sinnvolle Vorarbeiten für die Lektüre in der Qualifikationsphase geleistet werden.
  • Die Unterrichtseinheiten werden in Pflichtbereich (P), Wahlpflichtbereich (WP) und Wahlbereich (W) aufgegliedert, um alle vorgegebenen Kompetenzen des Jahrganges in ausreichendem Maße im Unterricht einzuüben und  zu festigen und um eine relative Vergleichbarkeit aller Lerngruppen herzustellen.
  • Der lateinische Text bildet die Grundlage jeder einzelnen Unterrichtseinheit. Für den Einsatz neuer Medien gelten die gleichen Vorgaben wie in der Lehrbuchphase. Die mediengestützte Präsentation von Inhalten soll in den Jahrgängen 9 und 10 intensiviert werden. Ebenso wird das Internet zunehmend kritisch reflektierend genutzt. Darüber hinaus soll das Fach Latein in verstärktem Maße die Schülerinnen und Schüler dazu animieren, auch gedruckte Quellen, insbesondere Standardwerke der klassischen Philologie, zur Informationsbeschaffung heranzuziehen.
  • Ein wichtiges methodisches Ziel für alle Lektüreinseln ist die Stärkung der Schüleraktivität, was sich in der kreativen Umsetzung der Inhalte widerspiegelt.

 Produktive Arbeitsaufträge: WP

Ø      Comic malen, Sprechblasen in lateinischer Sprache

Ø      Film herstellen

Ø      Rede in deutscher Sprache formulieren

Ø      Episoden szenisch darstellen

Ø      Perspektivwechsel: Texterstellung distanziert/ nüchtern-sachlich/ emotional/ ergreifend/ ironisch

Lektüre für den 9. Jahrgang

 

Lektüre

mögliche Textausgaben                          

 

Zeitempfehlng

Pflichtlektüre (P)

Wahllektüre (W)

Phaedrus, Fabeln

 

In speculum inspicere. Der Mensch im Spiegel der Fabel. Phaedrus (Antike und Gegenwart, Buchners 2005)

Phaedrus – Fabeln. Ein kompetenzorientiertes Lektüreprojekt mit Binnendifferenzierung (Vandenhoeck & Ruprecht 2009)

max. 8 Wochen zwischen Herbst und Weihnachten

P

Liebe hinter Masken

Transit Heft 6 (Buchners 2000)

 

W

Stichwörter der europäischen Kultur

Buchners

 

 W

Curtius Rufus: Alexander der Große

Transit Heft 1 (Buchners 1998)

max. 8 Wochen vor den Osterferien

P

Caesar: Bellum Gallicum

 

Caesar: Bellum Gallicum. Der Typus des Macht-menschen (Antike und Gegenwart, Buchners 2000)

Caesar · Weltherrscher. Ein literarisches Porträt (Antike und Gegenwart, Buchners 2007)

zwischen Ostern und Sommerferien

P

Lektüre für den 10. Jahrgang

Vorbemerkungen: Der vorliegende Arbeitsplan für den Jahrgang 10 stellt die Verbindung zwischen dem schulinternen Curriculum für die Übergangslektüre im Jahrgang 9 und den Vorgaben für die Qualifikationsphase dar. Es gelten die gleichen Grundsätze wie für den Jahrgang 9. Darüber hinaus ist zu beachten:

  • Schriftliche Lernkontrollen werden grundsätzlich mit dem Wörterbuch als Hilfsmittel geschrieben. Die Benutzung sollte also spätestens zu Beginn des Jahrgangs 10 geübt werden.
  • Es sollen keine adaptierten Texte gelesen werden, um den Schülerinnen und Schülern keine falschen Vorstellungen von den Anforderungen im Fach Latein in der Qualifikationsphase zu vermitteln.
  • Die Lektüre mindestens eines Dichters ist verbindlich.

 

Lektüre

 

mögliche Textausgaben     

Zeitempfehlung

Pflichtlektüre (P)

Wahlpflichtlektüre (WP)

Wahllektüre (W)

Erasmus von Rotterdam: Apophthegmata

 

Cives mundi      sumus omnes · Erasmus von Rotterdam: Apophthegmata (Antike und Gegenwart, Buchners)

max. 8 Wochen zwischen Herbst und Weihnachten

WP

 

 

Seneca: Epistulae (falls nicht einer der Schwerpunkte in der Qualifikationsphase)

 

                                      

Cicero: In Verrem

 

Cicero in Verrem. Kulturkriminalität oder Redekunst als Waffe (Antike und Gegenwart, Buchners)

Cicero: Reden gegen Verres (Libellus, Klett)

max. 8 Wochen vor den Osterferien

P

Catull: Carmina

 

 

 

zwischen Ostern und Sommerferien

 WP

 

Ovid: Ars amatoria

 

Ovid · Ars amatoria. Lieben – Bezaubern – Erobern (Antike und Gegenwart, Buchners)

Ovid · Ars amatoria (Exempla 5, V & R)

Kerncurriculum für das Gymnasium. Schuljahrgänge 5-10. Latein, S. 7

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